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Die Geschichte von Baghira

 
Ich bin Baghira, der Stubentiger. Ich bin eine grau-getigerte Katze. Und ich kann manchmal ganz schön verfressen sein. Ich bin eine Wohnungskatze. Meine Dosenöffner, das sind Kai und seine Mama, könnten mich auch gar nicht raus lassen, wenn ich ein Freigänger wäre. Wir wohnen nämlich zusammen in einer Mietswohnung. Die ist in Bielefeld, in dem schönen Stadtteil Gellershagen.

Heute ist ein verregneter Tag. Alle halbe Stunde regnet es, obwohl eigentlich Sommer ist. Aber ich fange am besten von vorne an, also von heute Morgen.
Als ich heute Morgen erwachte, verspürte ich großen Hunger. Da zur Zeit Sommerferien sind, weiß ich, dass Kai lange ausschläft. Kai ist nämlich 12 und geht nach den Sommerferien in die 7. Klasse. Seine Mutter arbeitet in der Universität als Sekretärin und muss auch in den Sommerferien arbeiten. Deshalb steht sie ganz normal auf, wie auch sonst, wenn Kai keine Ferien hat und in die Schule muss. Obwohl er meistens mir trotzdem kein Fressen gibt, deshalb quängele ich jetzt bei Mama. Die weiß genau, dass ich Fressen haben will. Eigentlich braucht sie gar keinen Wecker, ich wecke sie eh jeden Morgen um 5 Uhr. Aufstehen tut sie dann meistens um 5:30 Uhr.
So war es auch heute. Als Mama dann endlich aufstand, habe ich sie laut anmiaut und bin in die Küche gelaufen. Nachdem Mama kurz im Bad verschwand, gab sie mir Leckerchen. So nennen es zumindest immer Kai und Mama. „Baghira, Leckerchen!“, rufen sie immer. Oder: „Guck mal! Da hast du ja tolles Leckerchen!“ Das nervt mich manchmal schon. Aber dafür bekomme ich dann ja immer Fressen. Also will ich mal gnädig mit meinen Dosenöffnern sein.
Jedenfalls habe ich heute Morgen erst mal Mama angebrüllt und dann gefressen. Dann habe ich mich ein bisschen geputzt. Als ich aus dem Fenster geschaut habe, habe ich gesehen, dass heute ein Regentag ist. An Regentagen verbringe ich den Tag meistens auf meiner Fensterbank in meinem Kissen.
Dann fuhr Mama zur Arbeit. Sie arbeitet immer bis mittags. Dann kommt sie nach Hause und gibt mir erst mal Essen. Heute ist mir allerdings Missgeschick passiert: Als ich so gegen 11 Uhr friedlich geschlafen habe, kippte plötzlich mein Kissen – natürlich mit mir oben drauf – um und fiel auf die Erde. Davon wurde ich geweckt und ich habe mich total erschreckt. Ich lag da plötzlich – als ich eingeschlafen war, war ich oben und jetzt lag ich plötzlich kopfüber unten!
Ich habe mich dann, nachdem Kai mich mit Leckerli und Streicheleinheiten beruhigt hat, wieder zurück in mein Kissen gekuschelt. Das hatte mir Kai natürlich schon längst wieder auf die Fensterbank zurücklegt. So, wie es auch seine Aufgabe ist als mein Angestellter. Dafür habe ich mich dann bei ihm eingeschleimt, während er mich streicheln und kraulen durfte. Irgendwann hatte ich dann genug und habe einfach aufgehört, zu schnurren. Nach ein paar Sekunden hat sich Kai dann verzogen. Der hört nämlich mit Streicheln immer auf, wenn ich aufhöre, zu schnurren. Und Mama krault mich sowieso nur selten. Sie sagt meistens Kai Bescheid, der sie ablösen soll.
Ich habe dann weiter geschlafen, bis ich von meinem Lieblingsgeräusch geweckt wurde: Mamas Haustürschlüssel! Wenn ich ihren Schlüssel höre, heißt das nämlich, dass die Hauptdosenöffnerin wieder da ist. Ich habe dann nach ein paar Minuten quängeln auch mein Fressen bekommen.
Anschließend habe ich mich dann wieder in mein Kissen gelegt und weiter geschlafen. Und träumte von meinem aufregenden Absturz von der Fensterbank.

Die Geschichte hat Kai (12 Jahre) geschrieben!

 
 
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